
Veranstaltungarchiv 2026
Vergangene Ereignisse
Freundeskreis Karl May Berlin—Brandenburg
„Karl May und die Indianer – ein kompliziertes Verhältnis“
Deutsche Entdecker, Kolonialpolitik und Karl May
Freundeskreis-Veranstaltung (67)
Vortrag: Dr. Andreas Brenne
Informationen: Karl May, einer der populärsten Unterhaltungsschriftsteller des ausgehenden 19. Jahrhunderts, adressierte wie kaum ein anderer Autor die Sehnsuchtsräume der Deutschen. Besonders erfolgreich war seine Darstellung des sogenannten Wilden Westens der USA – eines Ortes, den deutsche Kolonisten zu bevölkern suchten und der zugleich Gegenstand politischer Projektionen und utopischer Vorstellungen war. Gleichzeitig erschien dieser Raum als Refugium der sogenannten Indianer, die nicht nur in Karl Mays Werken ambivalentes Interesse hervorriefen, sondern auch als Repräsentanten eines archaischen Widerstands gegen die vermeintlichen Segnungen der westlichen Zivilisation fungierten. Die Figur des „edlen Wilden“ wurde dabei zum Widergänger antiker Ideale, von denen man glaubte, sie im Zuge des Zivilisationsprozesses verloren zu haben.
Diese Ambivalenzen stehen im Zentrum des Vortrags, der fragt, was im Motiv des Mayschen „Indianers“ eigentlich verhandelt wird, welche Quellen dabei Verwendung finden und ob diese Narrationen auch heute noch Relevanz besitzen. Ist May ein Brückenbauer zu fremden Kulturen mit dem Ziel universeller Verständigung – oder reproduziert er koloniale Phantasien, rassistische Stereotype und Übergriffe, deren Überwindung heute als notwendig gilt?
Ort: Evangelischer Campus Daniel | Brandenburgische Straße 51 | 10707 Berlin-Wilmersdorf (in unmittelbarer Nähe der U7, Bahnhof Konstanzer Straße) → Stadtplanausschnitt
Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen!
Eintritt: frei
Der Divan – Das Arabische Kulturhaus
Der Mahdi
Der Gottesstaat im Sudan 1881–1898
Buchpräsentation mit Dr. Johannes Zeilinger und Prof. Dr. Ahmed Abushouk:
Veranstalterinformationen: Der Divan – Das Arabische Kulturhaus lädt Sie herzlich ein zur Lesung und Präsentation des Buches „Der Mahdi. Der Gottesstaat im Sudan 1881–1898“. Der Autor Dr. Johannes Zeilinger sowie unser Ehrengast Prof. Dr. Ahmed Abushouk werden anwesend sein und Einblicke in die religiösen, politischen und gesellschaftlichen Hintergründe der Mahdi-Bewegung sowie in die Entstehung eines theokratischen Staates im kolonialen Sudan geben. Die Veranstaltung umfasst eine Lesung ausgewählter Passagen und eine anschließende Diskussion. Das Event wird von der Sudan-Expertin Marina Peter moderiert.
Zum Buch: Das Buch „Der Mahdi. Der Gottesstaat im Sudan 1881–1898“ widmet sich der Mahdi-Bewegung im Sudan und der Entstehung eines religiös-legitimierten Staates im späten 19. Jahrhundert. Es analysiert die religiösen, politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen dieser Bewegung und ordnet sie in den kolonialen Kontext der Zeit ein. Das Werk leistet einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von Religion und Herrschaft, von Legitimität, Widerstand und Staatsbildung – Themen, die bis heute historisch wie politisch relevant sind.
Zum Ehrengast: Prof. Dr. Ahmed Abushouk ist Professor für Geschichte an der Katar Universität und einer der renommiertesten Experten für die moderne und zeitgenössische Geschichte des Sudan. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die Mahdi-Bewegung, Kolonialgeschichte, Erinnerungskultur und Historiographie. Als Ehrengast wird er eine wissenschaftlich fundierte Perspektive aus dem sudanesischen Kontext in die Diskussion einbringen.
Zur Moderatorin: Marina Peter ist eine deutsche Expertin für den Sudan und Südsudan. Sie arbeitet in den Bereichen Politikanalyse, Advocacy und Entwicklung mit Schwerpunkt auf der Region Horn von Afrika. Sie ist Vorsitzende des Sudan and South Sudan Forum e. V. in Deutschland und verfügt über langjährige Erfahrung zu Fragen von Frieden, Menschenrechten sowie politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen in der Region.
Ort: Der Divan – Das Arabische Kulturhaus | Schützallee 27 | 14169 Berlin
Eintritt: frei (Anmeldung erforderlich)
Achtung: Der Veranstalter hat die Lesung abgesagt – wohl aus übergeordneten (Qatar) politischen Gründen. Schon der Begriff „Theokratie“ wurde als problematisch angesehen.
Gottesstaat, Mahdi + humanitäre Katastrophe
Vortrag: Alexander Kulpok | Dr. Johannes Zeilinger
Informationen: Krisen und Kriege erschüttern die Welt. Ein Konflikt, der wegen der zahlreichen Konflikte meist zu wenig beachtet wird, schwelt im Sudan.
Seit April 2023 bekämpfen sich dort die sudanesische Armee und die Miliz RSF auf brutale Weise unter ständiger Verletzung der Menschenrechte. Die Folgen: Hungersnöte und die weltweit größte humanitäre Krise mit der höchsten Zahl an Vertriebenen und Flüchtlingen.
An diesem Abend diskutiert Alexander Kulpok die aktuelle Situation im Sudan mit Dr. Johannes Zeilinger, einem bekannten und renommierten Mediziner aus Reinickendorf, der jahrelang Vorsitzender der Deutschen Karl-May-Gesellschaft war. Jetzt hat Zeilinger ein Buch geschrieben, das die Rolle des Sudan in der Geschichte des Islam beleuchtet: „Der Mahdi“, die Biografie des angeblichen Heilsbringers und Begründers des ersten islamischen Gottesstaates, den Karl May, wie Zeilinger schildert, verfälscht darstellte.
Für die musikalische Umrahmung sorgen Daniele Covello (Klarinette) und Stefan Rudko (Klavier).
Nach der Diskussionsrunde bitten wir, wie immer, zu einem Get-Together mit Imbiss und Getränken.
Ort: Humboldt-Bibliothek | Karolinenstraße 15 | 13507 Berlin-Reinickendorf
Freundeskreis Karl May Berlin—Brandenburg
Ritter, Räuber und ein besonderer Fürst
Mit Karl May 1414 unterwegs in Brandenburg
Freundeskreis-Veranstaltung (68)
Vortrag: Malte Ristau
Informationen: Ein eigentümlicher Ritterroman ist 1876 erschienen. Karl May erzählt in seinem ersten Roman, wie im Jahr 1414 Friedrich von Hohenzollern mit Siegen über rebellierende (Raub-) Ritter und übergriffige Nachbarn zum Kurfürsten von Brandenburg aufgestiegen ist. Kaiser Wilhelm II. hat diesen Vorfahren ausdrücklich als Vorbild benannt. Der Schriftsteller Karl May hat Fakten und Fiktionen zu einer eigentümlichen Mixtur zusammengerührt, die sich in den zeitgenössischen Hohenzollernkult einordnete. Entstanden ist eine Parallelgeschichte zur deutschen Reichsgründung von 1871. Die Helden heißen nicht Old Shatterhand und Winnetou, sondern Moltke oder Bismarck. Mithin geht es nicht nur um einen abenteuerlichen Roman des Autors, sondern zugleich darum, wie seinerzeit Geschichte politisch absichtsvoll gedeutet worden ist. Mit mittelalterlichen Schauplätzen in Tangermünde und auf Havelinseln, vor der Festung Spandau, in den Burgen Lenzen und Stavenow, bietet der Roman zudem eine beträchtliche Prise regionaler Heimatkunde. Der Vortrag wird entsprechend mit vielen Bildern unterlegt.
Ort: Evangelischer Campus Daniel (Gemeinderaum) | Brandenburgische Straße 51 | 10707 Berlin-Wilmersdorf (in unmittelbarer Nähe der U7, Bahnhof Konstanzer Straße) → Stadtplanausschnitt
Auch Nichtmitglieder sind herzlich eingeladen!
Eintritt: frei




